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Interview mit Julia Montez (Leipzig)

15.07.2003

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1
Seit wann gibt es die Band Julia Montez, wer macht alles mit?


Die Band gibt es seit fünf Jahren, Sänger und Songschreiber S.C.Roth ist von Anfang an dabei. Später stieg Andreas Koma Kschentz ein. Die beiden hatten sich anfangs der Neunziger bei den C.O.B.S., einer Leipziger Band, kennen gelernt. Seit März ist der Dortmunder Bassist Hank Fretless dabei. Unlängst erst komplettierte Tibor Tibi Molnar (Ex-Steam, Munki’s Mütze) die Gruppe. Tibi hatte übrigens, vermittelt über deine „Sachsenrock“-Seite, davon erfahren, dass Julia Montez einen Gitarristen suchten. Nochmals vielen Dank, Hans-Peter!

Julia Montez 2003

Julia Montez

2
Wie würdet Ihr Eure musikalische Stilrichtung beschreiben? Wo liegen Eure musikalischen Wurzeln?


„ElectroFolk meets PsychoRock“. Das meint melodiebetonten Gitarrenrock mit überwiegend eigenen Songs: akustische Balladen bis hin zu psychedelic anmutenden Stücken, in denen rockige Gitarren dominieren. Die Kompositionen und englischen Texte stammen sämtlichst aus der Feder unseres Frontmannes. Unsere Wurzeln liegen im Americana, Singer/Songwriter-Folk, Northern Europe-Pop und im Oldschool-Rock.

3
Macht Ihr ausschließlich Musik oder habt Ihr noch anderweitige Jobs?


Wir leben für die Musik, nebenher vertreten, verkaufen, beraten und unterrichten (?!) wir …

4
Gibt es bereits CDs von Euch?


Ja, der Silberling heißt Everybody’s Darling und wird von uns bei Konzerten angeboten. Und für Promo-Zwecke gibt es einen Mitschnitt eines „Unplugged“-Gigs im „RockBock“ Selka.

5
Jeder nennt bitte ein musikalisches Vorbild.


Wir sind unterschiedlich geprägt. Koma etwa kommt vom Heavy Metal und mag Jazz for Punks. Jimmy Hendrix und Ritchie Blackmore übten nicht unwesentlichen Einfluss auf Tibi aus. Hank spricht häufiger von James Brown, während S.C.Roth vor allem von den Beatles, Springsteen, Neil Young, aber auch von Gundermann, Niedecken und Rio Reiser beeinflusst wurde.

6
Welches war bisher Euer bedeutendster Auftritt?


Hier in Leipzig, im Juli 2001, spielten wir beim Campus-Fest in der DHFK ein Open Air-Gig vor Hunderten von begeisterten Leuten. Ähnlich erfolgreich waren Gigs in den Studentenclubs dieser Stadt, wie z.B. im STuK oder im TV-Club. Zudem sind wir, ein klein wenig Eigenwerbung sei erlaubt, für den 16.08. für „Rock im Park Leuben 2003“ (bei Lommatzsch) als Headliner gebucht. Das wird eine ganz bedeutsame Sache für uns …!

7
Wo würdet Ihr gerne mal spielen?


Madison Square Garden ?? Langsam, step by step Die MB wäre schon nicht schlecht. Da haben wir zwar (fast) alle schon mal gespielt, aber eben immer in anderen Gruppen. Auch der Anker-Saal hätte sicher eine geeignete location für uns abgegeben. Generell suchen wir uns Veranstaltungsorte heraus, wo die Atmosphäre zum Hinhören, zum wirklichen Dialog zwischen Künstlern und Besuchern animiert.

8
Wie ist Eure Meinung über kommerzielle Medien, die Rockmusik präsentieren oder dies zumindest vorgeben?


Nun, eher etwas reserviert, man sollte sich davon nicht ausschließlich beeinflussen lassen. Trotz großer Medienvielfalt ist das Angebot, meinen wir, eher eingeschränkt. Der Rockpalast scheint akzeptabel, bietet aber vor allem Musik aus dem Archiv. Ein Problem ist, dass in den Radiostationen kaum mehr Freaks sitzen, eigenständige Persönlichkeiten mit einem entsprechenden Musikverständnis und -geschmack, die bestimmte Zielgruppen erreichen. Die sich auch mal trauen, eher unbekannten Bands eine Plattform zu bieten.

9
Welche Bedeutung hat das Internet für Euch?


Eine immense Bedeutung. Es hilft uns, Veranstalter kennen zu lernen, andere Bands aufzuspüren, solche privaten Fanpages wie „Sachsenrock.com“ zu finden und dort Interviews zu geben ... Wir glauben, dass dieses Projekt „Julia Montez“ durch die Öffentlichkeitswirksamkeit des Internets einen enormen Popularitätsauftrieb bekommen hat. Und was auch ganz wichtig ist: wir haben nach fast jedem Konzert in unserem Homepage-Gästebuch ein Fan-Feedback, welches uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Übrigens haben wir unsere Homepage einem Relaunch unterzogen. Wer sehen will, was unsere Webmasterin Romy hingezaubert hat:

www.julia-montez.de

10
Gibt es regionale Bands, mit denen Ihr gut könnt bzw. gelegentlich was unternehmt?


Entfernte Kontakte haben wir beispielsweise zu Ingo und Flecke von Four Roses. Ever/New/Name (Komas Sideproject aus Leipzig), „Blue Sin“, „Textplosiv“, „L.O.O.K.“ - alles Bands aus Döbeln und Nossen, die eng, so wie Julia Montez auch, mit dem „Mittelsächsischen Jugendverein (MJV e.V.)“ zusammenarbeiten. Seit April bestehen auch herzliche Kontakte zu Kees Schipper, einem holländischem Vollblutmusiker, der mit „Julia Montez“ im Mai eine „Unplugged“-Live-CD von einem Gig im RockBock in Selka produziert hat.

11 Gibt es bei Euch „vor der Haustür“ (also in Leipzig und Umgebung) genügend Auftrittsmöglichkeiten?

Das hängt wohl stark vom persönlichen Anspruch ab. Als Cover-Band hat man in unseren Breiten sicher ganz gute Möglichkeiten. Wir vermissen denn doch engagierte und ambitionierte Veranstalter mit dem Mut und den nun mal nötigen geschäftlichen Voraussetzungen, die sich trauen, über den rein kommerziellen Tellerrand bei der Präsentation von Rock-Bands hinwegzuschauen. Liebe Veranstalter, fördert mehr die hiesige kreative Rockszene!

12
Habt Ihr je Förderung erfahren bzw. erfahrt sie noch?


Durchaus, wir können in der diakonischen Förderschule „Werner Vogel“ in Leipzig ungestört proben. Dafür Dankeschön, Ulli! Sehr eng ist, wie schon erwähnt, die Zusammenarbeit mit dem „Mittelsächsischen Jugendverein (MJV e.V.)“. Dieser Verein hilft unter anderem jungen Bands bei ersten „Gehversuchen“ im Rockgeschäft, inklusive Konzerten, Technik und Bandworkshops. Durch letzteres ist der Kontakt mit dem MJV zustande gekommen. Hier geben wir als „alte Hasen“ unsere Erfahrungen bezüglich Show, Instrumente, Technik oder auch Promotion an die nächste Rockgeneration weiter. Auf weitere gute Zusammenarbeit, Roland!

13
Was inspiriert Euch künstlerisch?


Vor allem handwerklich gute und professionell agierende Band-Kollegen! In Zukunft sollen die Songs eher gemeinschaftlich entstehen.

Ansonsten sind es wohl die üblichen Konstellationen: von privaten „Kisten“, Freuden und Kümmernissen (wie in „My unknown child“) bis zur großen Politik (wie in „Point of no return“ oder unserem absoluten LIVE-Kracher „End the silence“).

14
Werkelt Ihr lieber im Studio an Songs oder tretet Ihr lieber live auf?


Wir sind z.Zt. mit den Vorbereitungen an einer Studioproduktion für eine neue CD beschäftigt. Das Album wird „Ascension Day“ heißen und soll Ende des Jahres fertig sein. Live-Spielen heißt also, Julia Montez-Songs weiter bekannt zu machen, dabei natürlich viel Spaß zu haben und die Leute auf unsere Produktionen neugierig machen.

Wir hoffen, wir treffen uns irgendwann!

Julia Montez im Internet: www.julia-montez.de