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Interview mit Takayo (Leipzig)

12.12.2003

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Seit wann gibt es die Band Takayo, wer macht alles mit?


Uns gibt es seit dem 01.01.1988. Wir, das sind Uli Teuto Schroedter (Violine), Kayode Eschrich (Gitarre) und Jan Kirsten (Bass).

Takayo

Takayo

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Eure Auftritte bestechen durch professionell dargebotene Musikalität, ausgefeilte, stimmige Arrangements und virtuoses uneitles Zusammenspiel.

Wie würdet Ihr Eure musikalische Stilrichtung beschreiben? Wo liegen Eure musikalischen Wurzeln?


Unser Stil, so meinen wir, ist ein temperamentvoller Mix aus Pop, Jazz und Folklore. Es gibt eine Reihe von Namen zu nennen, Stationen, die wir durchlaufen haben: Uli hat in einer Amateurband angefangen, war dann bei Passion und Dialog. Jan hat bei Hans Graaf Unterricht erhalten, spielte von 1988 bis 1991 bei Karussell. Kayode war mit Mitglied bei Rockphonie und Dialog, er und Uli sind immerhin seit 1985 ein Team, Dialog suchte Mitte der achtziger Jahre einen neuen Gitarristen – Uli hat ihn sozusagen „im Auftrag“ in Kayo gefunden.

3
Gibt es Tonträger von Euch, nennt bitte musikalische Vorbilder.


Es gibt eine CD (erschienen Sommer 1995)

Zu unseren Vorbildern:
Jan: Sting, Beatles, Victor Wooten
Kayode: Earth, Wind & Fire, Steve Lucator
Uli: Beatles, Gentle Giant, Kansas, James Taylor, The Corrs

4
Nennt bitte bedeutende Auftritte der Band.


1989 spielten wir anlässlich der Weltfestspiele in Korea, im Jahre 1991 vertraten wir das Land Sachsen bei den Bundesrockfestspielen in Würzburg, 1994 supporteten wir Die Prinzen auf dem Leipziger Marktplatz, ein Auftritt vor großer lokaler Zuschauerkulisse. Wir waren beim ersten Leipziger Opernball dabei, gehörten der Gunther Schmäche Band an (Radio PSR), traten auf in der ORB-Sendung SamsTalk, absolvieren jährlich diverse Auftritte beim MDR, in TV und Radio (Kultur-Café).

Zudem ist es vorkommen, dass Songs von uns im Fernsehen als Hintergrund-Musik liefen bzw. 1998/99 bei den Europameisterschaften im Eistanzen eingesetzt wurden. Das Paar landete wohl immerhin auf dem dritten Platz!

5
Gibt es regionale Bands, mit denen Ihr gut könnt bzw. gelegentlich etwas unternimmt?


Offen gesagt, begegnen wir eher selten Leipziger Kollegen, was nicht heißen soll, dass wir deren Schaffen nicht achten würden. Treffs sind eher dem Zufall geschuldet, vielleicht auch, weil wir uns nicht als „Szenegänger“ im engeren Sinne betrachten. Letztens hatten wir mit den Firebirds zu tun, anlässlich der MDR-Produktion Ein Kessel DDR, ebenso zu nennen wäre Torsten Wolf von The Art Of Voices. Wir haben musikalisch Theater-Aufführungen begleitet, über 20 Inszenieren sind unterdessen zusammengekommen, etwa Linie 1, Romeo und Julia, Marilyn (ein Musical von Günther Fischer), Sonnenallee (nach dem gleichnamigen Film).

6
Wo würdet Ihr gerne einmal auftreten?


Nun, da wir verschiedene Programme in petto haben, kommen wir ganz schön herum. So besuchten wir Festivals in der Schweiz, begegneten diversen Formationen, wurden von Kollegen gefeiert, selbst Metaller zollten uns Respekt.

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Wie ist Eure Meinung über kommerzielle Medien, die Rockmusik präsentieren oder dies zumindest vorgeben?


Das ist alles ziemlich „flach“, verkaufsorientiert. Musik ist da nur Mittel zum Zweck, Lebensgefühle werden assoziiert, nur um Produkte zu verkaufen. Die wirkliche, reale Musikszene ist kaum vertreten.

8
Welche Bedeutung hat das Internet für Euch?


Eher eine geringere. Freilich schätzen wir die Möglichkeit, uns per E-Mail auszutauschen, auch besteht heutzutage, da wir alle über eigenes Studio-Equipment verfügen, die Möglichkeit, Sounds als Arbeitsgrundlage zu verschicken, sich online über musikalische Ideen und deren Umsetzung auszutauschen. Aber auch wir besitzen eine eigene Homepage:

www.takayo.de

9
Gibt es bei Euch vor der Haustür (in Leipzig und Umgebung) genügend Auftrittsmöglichkeiten?


Nicht, um mit Takayo überleben zu können. So sind wir des Öfteren am Theater Schwedt, der Uckermärkischen Bühne, zu Gast, betreuen Aufführungen. Das sind dann Zeiträume, in denen wir uns weniger um unsere eigene Gruppe kümmern. Wir haben es aber über die Jahre geschafft, alle Projekte als „Triumvirat“ zu bewältigen. Damit erhielten wir Impulse für die Band und die Inszenierungen und Projekte erhielten eine gewisse Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit – wir drückten ihnen sozusagen unseren „Stempel“ auf.

In Leipzig arbeiteten wir oft mit Katrin Troendle und Bert Callenbach (Krystallpalastvariete) bzw. in jüngster Zeit mit Olga Lomenko zusammen.

10
Habt Ihr je Förderung erfahren oder erfahrt sie noch?


Ja, die Leipziger Sparkasse unterstützte uns 1993-94, nochmals vielen Dank. Zu Ostzeiten mussten wir nicht sonderlich um Auftritte bangen, hatten daher auch kaum Unterstützung nötig. Da wir instrumental aufspielten, keine Texte hatten, die eigens bewertet, wenn man so will, zensiert werden mussten. Wir konnten die Zuhörer stets für uns einnehmen.

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Was inspiriert Euch künstlerisch?


Kayode:
Wir waren mal auf Kuba, zum Ende der Dialog-Zeit. Es war wie Urlaub, wir zogen spontan mit Musikern durch die Lande, wurden allenthalben freundlich aufgenommen, Auftritte ergaben sich aus der Situation heraus – von dem Gefühl habe ich jahrelang gezährt.

Jan:
Vor allem sind uns die Aufgaben im Theater stets von Neuem Quelle der Anregung und Inspiration. Dabei ist musikalisch alles vertreten: Renaissance, Klassik, Rock, Punk.

Uli:
Ja, Theater- und Revue-Produktionen motivieren uns immer wieder neu, uns einzubringen, qualitativ gut zu bleiben, die Band als Kern zu stärken, eigenständig und unverwechselbar.

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Ein kurzer Ausblick aufs neue Jahr …?


Nun, wir werden ab Januar die Reihen von The Art Of Voices verstärken, aber ebenso, wenn es die Zeit erlaubt, Projekte unter dem Namen Takayo realisieren.

Takayo im Internet: www.takayo.de