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Interview mit Jörg Schneider von Last Fair Deal (Leipzig) anlässlich des Erscheinens der neuen CD another lucid moment

16.11.2004

Textversion
 

1
Im Februar 2003 habt Ihr die Record Release Party der CD number one – acoustic blues gefeiert. Wie ist es Euch seither ergangen, wie verlief die Entwicklung der Band?


Unser Debüt-Album kam bei Presse und Publikum gleichermaßen gut an. Wir haben gar nicht mit so viel Zuspruch gerechnet, haben uns aber umso mehr darüber gefreut. Außerdem haben wir viel gespielt, ich schätze etwa 100 Konzerte waren es in der Zwischenzeit. Unserem Quartett tat das besonders gut, wir haben alle dazugelernt und sind unseren Soundvorstellungen ein Stück näher gekommen.

Last Fair Deal

© Quelle: Original-Band-Promo-Foto, Antje Schardien

2
Nunmehr steht die nächste eigene Produktion zur Präsentation bereit, another lucid moment. Bitte sag etwas zur Entstehung, zum Inhalt und Produktion. Gab es beispielsweise Kollegen, die Euch unterstützt haben?


Ja, dann erst mal zur Entstehung. Wir wollten mit der zweiten CD nicht noch mal zehn Jahre ins Land gehen lassen, also haben wir uns einen Zeitplan gemacht und losgelegt. Eigene Songs waren fertig, ein paar Lieder „reif“, um aufgenommen zu werden. Obwohl wir ein klares Konzept hatten, hielt uns dies nicht davon ab, im Studio ein paar Sachen auszuprobieren. Das tat den Arrangements ganz gut. Was live funktioniert, ist auf dem Tonträger nicht immer passend.

Last Fair Deal CD cover

Last Fair Deal, another lucid moment, CD cover

Wir finden, es ist eine abwechslungsreiche CD geworden. Wer uns kennt, hört, dass jeder Einzelne seine musikalischen Vorlieben mit einbringen konnte. Uns war weiterhin wichtig, dass die Instrumente gleichwertig rüberkommen und die Rhythmusgruppe ihre Freiräume hat, um sich entfalten zu können. Deshalb sind manche Titel auch mal knapp acht Minuten lang, bzw. kurz.

Obwohl für den Hörer einzig der Höreindruck entscheidend ist, möchte ich noch erwähnen, dass wir spieltechnisch uns einige Dinge einfallen ließen. Peter bearbeitet sein Schlagzeug percussiv mit Händen, diversen Schlägeln, Franz streicht auch mal seinen Kontrabass und spielt bei „Bottle up and go“ ein schönes Solo. Thomas spielt die Mundi in allen möglichen Tonart-Positionen und hat sogar für den Titelsong und für „Marrakech“ eine Mundharmonika entwickelt, die es so noch nicht gibt. Ich spiele fünf verschiedene Gitarren, in vier Stimmungen. Meine Konzertgitarre kommt ebenso zu Einsatz wie ein ehemals an der Wand hängendes Fundstück aus einer Billardkneipe.

Einen Gast haben wir auch: André Jolig spielt die Hammond-C3-Orgel, die uns freundlicherweise von der Bitterfelder Band Red Masou zur Verfügung gestellt wurde.

3
Was zeichnet Deiner Meinung nach einen guten Blues-Live-Club aus?


Kundiges, freundliches Personal. Einen Booker mit Geschmack, dem das Publikum und die Musiker vertrauen können; passendes Ambiente mit ausreichender Bühnefläche und ordentlicher Technik, Backstage-Bereich. Gute Werbung. Faire Gagen.

Wenn das alles hinhaut, sind alle zufrieden und das Publikum bleibt auch nicht aus.

4
Gibt es auf Eurem, doch eher speziellen musikalischen Terrain, Nachwuchs, der zu Hoffnungen berechtigt? Kennst Du in unserer Region junge Leute, die sich für Blues begeistern? Erteilt Ihr selber Unterricht?


Selbstverständlich gibt es auch junge Leute, die sich mit Blues befassen, sei es nun als Musiker oder einfach als Liebhaber dieser Musik. Mit etwas mehr Medienpräsenz hätte Blues aber einen ganz anderen Stellenwert und es gäbe sicher mehr von ihnen. In unserer Region kenne ich leider keine junge Bluesband, aber das ändert sich hoffentlich bald!

Der einzige, der regelmäßig Unterricht erteilt, bin ich.

5
Welche Texte eignen sich für Blues-Stücke? Wie findet Ihr bluesgemäße Themen?


Natürlich geht es um Beziehungen, um Erlebnisse, Geschichten, die interessant genug sind, dass daraus ein Song entstehen kann. Wir suchen aber nicht nach „bluesgemäßen Themen“, um gewisse Klischees zu vermeiden.

6
Am 04.12. findet, wiederum im Unterrock vom Geyserhaus, Eure Record Release Party für another lucid moment, statt. Was dürfen die Fans erwarten?


Ein schönes Konzert, hoffe ich doch! Wir werden vorwiegend die Songs der neuen CD vorstellen.

André Jolig wird an der Orgel dabei sein. Danach gibt es ein Konzert mit Abi Wallenstein & Blues Culture. Damit erfüllen wir uns einen Wunsch, denn Abi, Steve Baker und Martin Röttger sind ein phantastisches Trio, dem man gern zuhört. Da sie noch nie in dieser Besetzung in Leipzig gastierten, haben wir sie für uns und unser Publikum eingeladen. Zum Abschluss gibt es eine Session mit allen Beteiligten.

Info Kartenvorverkauf:
Ticket 10,– EURO, im UnterRock: Telefon 0341..9107339, Mo – Sa 19.00 – 22.00 Uhr

7
Was sind die nächsten Vorhaben von Last Fair Deal?


Möglichst viele gute Konzerte abliefern und Songs schreiben.


Last Fair Deal im Internet: www.lastfairdeal.de