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Fragen an The Art of Voices (Torsten Wolf)

13.07.2006

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1
Die Leipziger Band The Art of Voices gibt es seit 1997. Ihr spielt nunmehr, seit dem Frühjahr 2006, in der dritten Besetzung. Wo lagen die Gründe für den personellen Wechsel, da Ihr in der Besetzung Torsten Wolf, Andy Heinrich, Kayo Eschrich, Jan Kirsten und Uli Schrödter doch erfolgreich die Bandgeschichte hattet fortschreiben können?


Wolf: Die Möglichkeiten der Band bezüglich Proben und Auftritte wurde durch die immer umfangreicheren Tätigkeiten der Musiker in ihren eigenen Projekten derart eingeschränkt, dass eine Entscheidung getroffen werden musste, um den Fortbestand der Band zu sichern. Solche Entwicklungen hat es schon immer in der Rockmusik gegeben und sie bieten ja auch Chancen zur Weiterentwicklung für alle.

Sicher war das eine große Veränderung und ich hab auch lange überlegt, ob ich mir die Arbeit machen soll und gewissermaßen eine komplett neue Besetzung zusammenzustellen.

Als sich diese Entwicklung anfing abzuzeichnen, habe ich mich mit unsrem Management zusammen gesetzt und überlegt, wie diese Band weiter bestehen kann. Wir haben ein Konzept entworfen und Musiker kontaktiert, die nach unserer Vorstellung in diese Konzept passen würden und bereit waren, die Geschichte der Band fortzuschreiben.

2
Stelle bitte die neuen Band-Mitglieder vor.


Wolf: Burkhard – Gesang

Rajo – Keyboards

Chris – Schlagzeug

Dani – Gitarre

Wolf – Bass

Nähere Infos zu den Personen findet Ihr unter www.theartofvoices.de.

The Art of Voices

The Art of Voices 2006

Daniel, Wolf, Burkhard, Chris, Rajo (von links)


3
Nennt bitte nationale und internationale Rock-Musiker, deren Schaffen Ihr achten gelernt habt.


Wolf: Ich kann da jetzt nur für mich sprechen, weil ich die anderen ja auch noch nicht so lange kenne:

National wären da Silly, Rio Reiser, Klaus Lage (nicht unbedingt "1001Nacht" – eher die anderen Songs) und natürlich die beste Band der Welt "???".

Sicher auch Rammstein – nicht sosehr wegen der Musik, eher wegen der konsequenten Umsetzung ihres Bandkonzeptes.

International ist das schon schwieriger und würde diesen Rahmen hier sprengen, da ich ziemlich open-mindet bin und mich für ganz viele verschiedene Musikstile interessiere. Einige wären da Van Halen, Toto, David Bowie, Depeche Mode, Big Country und vor allem Dave Grohl (FooFighters/Nirvana), dessen Entwicklung als Musiker mich sehr beeindruckt hat.

4
Wie leicht oder schwer fiel es, neue Mitstreiter zu finden? Musstet Ihr lange proben, um Euch einzuspielen? Welche Reaktionen gab es aus der Kollegen- und Veranstalter-Szene auf die band-internen Veränderungen?


Wolf: Reaktionen bei den Musiker-Kollegen sind an mir mehr oder weniger vorbeigegangen, da ich mich sehr zurückgezogen habe, um mich auf diese Aufgabe zu konzentrieren.

Bei Veranstaltern ist da Factory Concert (unser Management) mehr im Bilde, sicher warten die meisten erst mal ab. Das war ja schon eine tief greifende Veränderung und da möchte man sich das sicher erst mal anschauen. Das ist immer so, damit habe ich auch gerechnet.

Factory Concert und ich haben recht gezielt nach Musikern gesucht und auf Grund unserer langen gemeinsamen Tätigkeit in diesem Geschäft kannten wir schon viele und haben dann gehofft, dass ihnen unser Konzept gefällt. Wir proben in dieser Besetzung seit März und wir haben uns sehr gut eingespielt, ich bin da sehr zufrieden.

5
Wenn man nach fast zehn erfolgreichen Jahren Bandgeschichte erneut (fast) von vorn anfängt, kommen da Existenzsorgen auf oder begreift Ihr das eher als Herausforderung?


Wolf: Ja, diese Sorgen kommen auf, teilweise recht massiv. Aber wahrscheinlich ist es genau das, was neue Energien freisetzt. Es dauert eine Weile, bis man das Unabänderliche akzeptiert und neue Orientierungspunkte gefunden hat, aber dann geht’s nur noch vorwärts und das fühlt sich auch wieder gut an.

Wir sind ja am Ende nur noch zu den wenigen Gigs gefahren, Arbeit in und an der Band fand gar nicht mehr statt. Jetzt können wir wieder Ideen entwickeln und umsetzen, das macht viel Spaß und wenn wir dann dafür positives Feedback bekommen, macht das nur glücklich.

6
Der Name The Art of Voices war stets Synonym bzw. Garant für professionelle rockmusikalische Bühnenshows, zahlreiche zufriedene Fans und ein zeitgemäßes Management. Wie wollt Ihr an die alten Erfolge anknüpfen, das erreichte Qualitäts-Level halten? Was wird sich gegebenenfalls ändern?


Wolf: Für mich als Musiker hatte ich immer den Anspruch, das auf die Bühne zu bringen, was ich selber gern sehen würde. Daran wird sich auch in Zukunft nix ändern. Wir haben nach Musikern gesucht, die denselben Anspruch haben und in dieser Weise arbeiten. Deshalb bin ich optimistisch für die Qualität unserer Auftritte und die Zufriedenheit der Fans. Unser „coming out -Gig“ am 16.06.06 hat uns den ersten Achtungserfolg eingebracht, die Reaktionen waren durchweg positiv und es zeigt, das wir in die richtige Richtung marschieren.

Da wir an unseren bewährten Organisationsstrukturen festhalten, werden sich also auch für die Zusammenarbeit mit Veranstaltern keine nennenswerten Veränderungen ergeben.

The Art of Voices: Wolf

The Art of Voices: Wolf, einst am Drum, nunmehr am Bass.

7
Mindestens vier eigene Titel von The Art of Voices sind mir aus früheren Jahren bekannt. Ist daran gedacht, neue eigene Songs zu schreiben und dann auch live zu spielen? Wie setzt sich nunmehr Euer Repertoire zusammen?


Wolf: Die Arbeit an eigenen Songs wurde in der Vergangenheit zu meiner Betrübnis leider nicht hoch genug bewertet, sodass dieses Feld ziemlich brach gelegen hat. Die neuen Kollegen haben aber uneingeschränktes Interesse an eigenen Songs bekundet, ich besitze über die Zeit schon einen Container voll Ideen und wir werden das in Angriff nehmen, wenn die musikalische Basis steht.

Wir haben unser Repertoire zu 90 Prozent verändert, denn die neuen Jungs sollen ja Spaß dran haben und ihre eigenen musikalischen Vorlieben einbringen. Die Countrymusic hat uns mit Andy verlassen, das war sein Ding. Wir haben das Programm der neuen Besetzung angepasst und deutlich modernisiert. Es wird einiges rockiger, damit erfüllen wir sicher den Wunsch vieler, die in der Vergangenheit nicht mehr so oft zu uns gekommen sind. Wir haben wieder viele Ohrwürmer ausgegraben, auch aus der Popecke (relax, beat it, crazy …), die wir mit ordentlich Gitarre versehen haben. Am besten zur Mugge kommen und anhören …

8
Gibt es eigentlich Euren Fanclub noch? Wie reagierten dessen Mitglieder auf die Entwicklungen innerhalb der Band? Werden Band und Fanclub auch künftig gemeinsame Wege finden?


Wolf: Den Fanclub gibt´s noch, ist aber sicher in Wartestellung und die Zukunft wird zeigen, inwieweit die Mitglieder sich mit der neuen Entwicklung der Band anfreunden können. Bei der letzten Umbesetzung hat´s auch ´ne Weile gedauert. Ich bin da realistisch und weiß, dass es schwer wird, hoffe aber, wir können viele überzeugen, wir tun unser bestes.

www.theartofvoices-fanclub.de.

9
Euer Internet-Auftritt stand bislang dem Bemühen der Band um Professionalität und Qualität in nichts nach. Was gibt es zu diesem Punkt anzumerken, was dürfen die Fans unter der bekannten Adresse www.theartofvoices.de in Zukunft erwarten?


Wolf: Die "Baustelle" wird gerade beräumt :-) , mal ernsthaft: Die neue Homepage sollte natürlich eine Einheit mit den Musikern, der Musik und dem gesamten Artwork ergeben, sodass es eine Weile gedauert hat, bis das endgültige Layout gefunden war. Gleichzeitig sollte es die kommunikative Schnittstelle für Management, Musiker, Technik und Veranstalter werden. Auch die Belange von Fans und Musikinteressierten (Infos, Fanshop, Fotoservice) sollten Berücksichtigung finden. Es wurde alles schon eingebaut, auch wenn wir noch nicht alle Features nutzen. Das war etwas aufwändig und kompliziert zu realisieren, aber jetzt wird´s langsam.

10
Ist die Veröffentlichung einer neuen CD geplant, die die Band im aktuellen Soundgewand präsentiert? Liebäugelt Ihr unterdessen vielleicht mit dem Medium "DVD"?


Wolf: Die Aufnahmen zur CD haben schon begonnen, mit meinem mobilen Studio geht das sehr gut. Ich kann zu jedem nach Hause fahren (nur Chris und ich sind aus Leipzig) und so können die Jungs "auf der Couch" einspielen, schön entspannt und easy.

Allerdings hat die Live-Präsentation derzeit noch absoluten Vorrang, wenn da alles steht, geht´s mit der CD/DVD? weiter.

11
Am 30.04.06 gab es im "Starclub Leipzig" ein denkwürdiges Konzert: alle bis dato ehemaligen Bandmitglieder zusammen auf einer Bühne. Wie kam es dazu, wie war die Stimmung unter Musikern und Fans, welche Emotionen brachen auf?


Wolf: Diese Veranstaltung war in vielerlei Hinsicht denkwürdig. Zum einen ist deutlich geworden, was für eine Klasseband wir zu viert waren, es hat richtig Spaß gemacht zu spielen, obwohl sich das für mich zu den Proben gar nicht so abgezeichnet hat. Man muss allerdings dazu sagen, dass sich alle musikalisch weiterentwickelt haben, was ich sehr gespürt und als angenehm empfunden habe.

Zum anderen hab ich viele Leute im Publikum schon sehr lange Zeit nicht gesehen und das machte mir deutlich, wie viel Arbeit wir in der Vergangenheit nicht gemacht haben, welcher Abstand da entstanden ist.

Da will ich mit der neuen Besetzung ansetzen und versuchen, etwas Boden wieder zu gewinnen. Die Stimmung war schon konzentriert und ich glaube, alle waren auch nervös, sollte man gar nicht glauben!

Danach war´s einfach so vorbei … alle gingen ihres Weges, schon komisch – aber so isses wohl. Musik ist doch nur irgendwie Momentsache, man muss es genießen, solange es passiert! ( … sprach der Phisoloph … )

12
Sicher setzt Ihr alles daran, in der neuen Band-Besetzung möglichst oft live zu spielen. Wo kann man Euch demnächst erleben?


Wolf: Klar, eine Band existiert nur, wenn sie spielt. Die nächste Veranstaltung ist am 29.07.06 in Borna, danach dann am 07.08.06 bei den classic open in Leipzig.

Alle weiteren Termine und Infos stehen auf der Website www.theartofvoices.de.

Danke für das Interesse.