Fenster ausdrucken

Fragen an Four Roses

08.06.2011
 

1
Nochmals an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch zum 10jährigen Band-Jubiläum – das schaffen nicht alle Formationen, zumal in gleich bleibend hoher musikalischer Qualität und relativer personeller Stabilität. Lässt es sich vom Datum her eingrenzen: Wann genau datiert die Band-Gründung?


Ja, da gibt es einen Termin, an dem wir die Band-Gründung festmachen: der 17. März 2001, anlässlich eines Auftrittes als "Four Roses", der Videobeweis liegt vor, im Gasthof Jessnitz in Roßwein bei Döbeln, damals noch mit Uwe Menger am Schlagzeug und Lutzer am Bass.



10 Jahre Four Roses, Darstellung (c) Band

2
Wie wurde das Jubiläum gefeiert, zumindest wohl nicht in Leipzig wie zum 5jährigen?


Ursprünglich war  e i n  "großes Ding" angedacht, in der Alten Brauerei Richzenhain bei Waldheim am 21. Mai 2011. Und das war auch große Klasse – alle, die dabei waren, werden dies bestätigen. Trotzdem haben wir uns entschlossen: Wir feiern das ganze Jahr! So kommen auch Fans aus anderen Regionen Deutschlands in den Genuss des Band-Party-Gefühls … Die nächste große Gelegenheit, hier im Leipziger Raum mit "Four Roses" abzufeiern, ergibt sich am 09. Juli, im Rahmen der 10. Rocknacht im Tauchaer Rittergutsschloss: 10 Jahre Rocknacht in Taucha und 10 Jahre "Four Roses" sind doch eine tolle Konstellation und vielleicht gibt es an diesem Abend auch eine kleine Überraschung. Doch zu Taucha später mehr …



Four Roses 2011: (von links) Flecke, Rose, Henri, Ingo, Foto (c) Band

3
Habt Ihr noch Kontakt zu Ralle, Eurem ehemaligen Schlagzeuger?


Ja, natürlich, auch wenn Ralle derzeit nicht aktiv Musik macht, sondern im Bereich "IT Dienstleistungen" unterwegs ist. Wir würden uns natürlich sehr freuen, sofern er in Taucha dabei sein könnte.



Ralle im Jahre 2003, Foto (c) HaPe

4
Ist der runde Geburtstag für Euch ein Anlass, zu sagen: Jetzt erst recht?!


Wir würden eher sagen: "Jetzt immer noch!" Eine Band muss es erst einmal schaffen, zehn Jahre durchzuhalten. Die lehrreichen "Mühen des Anfangs" liegen hinter uns, wir kennen einander inzwischen gut, wissen um die Stärken (und Schwächen) der Kollegen, entsprechend sind auch feste Aufgaben innerhalb der Gruppe verteilt. Wir arbeiten professionell und gehen jetzt davon aus, es könnte uns noch lange geben, sofern nichts Außergewöhnliches und Unvorhersehbares dazwischen kommt.



Four Roses 2011, Foto (c) Achim Lingelbach

5
Ihr seid sehr stark in sozialen Netzwerken des Internet wie Facebook umtriebig. Was schätzt Ihr daran? Worin besteht die neue Qualität der Kommunikation?


Es ist das schnelle, unmittelbare Kommunizieren mit der Chance zur sofortigen Reaktion, für uns Musiker wie natürlich auch die Fans und Konzertbesucher. Was wir sehr mögen und ausgiebig praktizieren, ist, von unterwegs Fotos und Texte ins Netz zu stellen, dank Handy und Notebook kein Problem mehr. Band-Homepage, die Fan- sowie die Facebook-Seite ergänzen einander im Augenblick sehr sinnvoll.

www.facebook.com/pages/Four-Roses

6
Zwei tolle Band-Gigs stehen an: Zum einen am 02.07. in Wernesgrün als Support für niemand geringeren als Silly, zum anderen am 09.07. in Taucha im Rittergutsschloss, gemeinsam unter anderem mit Renft und Rammstein Members Club (RMC), einer tschechischen Rammstein-Tribute-Band.

Seid Ihr Silly schon einmal begegnet? Wie kam der Gig zustande? Ist es etwas besonderes, so eine geschichtsträchtige Band des Ostens zu supporten?


Uwe Hassbecker saß als Kind mal auf dem Schoß von Ingos Tante. Silly persönlich begegnet sind wir noch nicht, außer dass ich (Rose) im November 1988 die leider verstorbene Tamara Danz in der Kaufhalle in (Ost)Berlin ungeschminkt mit Kopftuch traf und mit Uwe Hassbecker bei einer Veranstaltung im "Haus der jungen Talente" ein paar Worte wechselte, umso mehr freuen wir uns auf Wernesgrün, wo wir die Gelegenheit haben, diese berühmte Berliner Band, unterdessen Deutschland-weit bekannt, mit ihrer neuen Sängerin Anna Loos und dem aktuellen Album "Alles Rot", zu treffen.

Unsere persönliche Beziehung zu Wernesgrün, wo wir bereits mehrfach gastierten, geht übrigens auf das Jahr 2006 zurück. Damals im eiskalten Februar testete der Leipziger Unternehmer Falk-Gert Pasemann in der Arena Leipzig verschiedene PA-Systeme für große Live-Events. Es wurde eine Band gesucht, die vor Ort verschiedene Musik-Stile anbieten konnte.



Four Roses 2006 in der Arena Leipzig, Foto (c) Band

Wir wurden kontaktiert und haben die Aufgabe, zu Testzwecken wechselweise live über 2 großen Anlagen zu spielen, gerne angenommen. Es machte einen Heidenspaß, etwas vorzutreten und aus nächster Nähe sich von den verschiedenen Systemen im wahrsten Sinne beschallen zu lassen. Unter anderem waren Techniker von Peter Maffay und Udo Lindenberg sowie diverse Veranstalter, eben auch der Geschäftsführer vom Brauerei Gutshof Wernesgrün, Thomas Schopf, vor Ort.



Four Roses 2006 in der Arena Leipzig, Foto (c) Band

Daraufhin gastierten wir anlässlich der Wernesgrüner Sommernächte 2006 gemeinsam mit Chris Norman in Wernesgrün. Dieser kam noch während unseres kurzen Supportauftritts von 45 Minuten in den hinteren Teil der Bühne und sah uns zu, ließ daraufhin über sein Management bei uns anfragen, ob er nach seinem Konzert in unsere Garderobe kommen dürfe (!), wir sollten ihm nur 15 Minuten Zeit für die Dusche geben … wir fühlten uns erst Mal etwas verschaukelt, aber er kam tatsächlich in unseren Backstage-Bereich, um uns auf wirklich nette und freundliche Art zu unserem Auftritt zu gratulieren und bestand darauf, sich mit uns ablichten zu lassen (siehe Foto). Das war schon ein klasse Moment! Einmal mehr bewahrheitete sich die alte Weisheit: Ein wahrer Künstler hat ein übertriebenes Stargehabe nicht nötig, je mehr ernsthafter Künstler er ist, desto einvernehmlicher und umgänglicher ist er auch. Wir haben schließlich das Eine wie das Andere schon kennengelernt …



Four Roses mit Chris Norman, 2006, Foto (c) Band

Seither treten wir jährlich in Wernesgrün auf, unter anderem auch anlässlich von Biker-Treffen. Der Veranstalter kann einplanen, dass mittlerweile Publikum eigens wegen Four Roses zu den entsprechenden Veranstaltungen anreist und so kam es dann auch zustande, dass wir gefragt wurden, ob wir diesen Aufritt vor Silly machen möchten.



Four Roses, live in Wernegrün, 02.07.2011, Foto (c) Achim Lingelbach



Four Roses, live in Wernegrün, 02.07.2011, Foto (c) Achim Lingelbach

7
In Taucha treten Ihr zum wiederholten Male auf. Was ist das besondere an dieser Location?


Das Besondere an dieser Location ist die einmalige Atmosphäre vor Ort. Obwohl es sich Rittergutsschloss nennt, gibt es dort im eigentlichen Sinne gar kein Schloss. Dafür werden bei Veranstaltungen der Hof und die angrenzenden Mauern mit Scheinwerfern eindrucksvoll ausgeleuchtet, was dem Abend einen speziellen Reiz verleiht.

Wer mehr erfahren möchte, unter anderem, welche Bands in den letzten Jahren vor Ort aufgetreten sind, ruft am Besten folgende Homepage auf: www.rocknacht-taucha.de

8
Vormittags ab 10.00 Uhr findet der traditionelle Band-Contest statt, an dem Ingo nicht unwesentlich organisatorisch beteiligt ist. Wer kann dort mitmachen? Bitte sage etwas, Ingo, zu dieser Art der Nachwuchs-Förderung.


Ingo:
Die Idee, eine Rocknacht in Taucha zu etablieren, stammt (ganz unbescheiden) von mir. Der Bandcontest wurde vor vier Jahren geboren, weil sich immer so viele junge Bands als Vorband empfahlen. Seit drei Jahren hat da Michael Weber den Hut auf. Das musste ich delegieren – mich kostet die Arbeit mit der Organisation der Rocknacht genug Zeit. Ich bin aber in der Jury. Der Sieger spielt übrigens im Finale des Bundesrockwettbewerbes und kann dort tolle Erfahrungen sammeln, braucht kein Startgeld zu zahlen. Ich kümmere mich um den ganzen Ablauf im Vorfeld, die Sponsoren usw.

Hier mal noch ein Beitrag von mir (Ingo) innerhalb der "Rittergutspost", Vereinsblatt des Fördervereins Schloss Taucha e.V., Erstausgabe Jahrgang 2010, welcher die Sache näher erläutert:

2011 kommt die 10. Rocknacht Taucha!

"Tauchas Schlosshof wird zur Rock-Kulisse" – so titelte am 28. Juni 2002 die Leipziger Volkszeitung und damit hatten sie wohl den richtigen Riecher. Als ich mir im Januar 2002 nach dem Besuch einer Austellung im Rittergutsschloss das Arreal näher betrachtete, war dies noch nicht so abzusehen, aber der Gedanke war geboren. Der Charme der damals noch sehr maroden Gebäude der alten Anlage reizte einfach und noch auf dem Weg zum Schloss hatte ich mit Prof. Nadolski, damals Vorsitzender des Schlossvereins, und Frau Stein auch die richtigen Ansprechpartner gefunden. Als ich etwas später offiziell mit meinen Ideen an sie herantrat, waren sie sofort mit von der Partie.

Und im nächsten Jahr steigt die nun mittlerweile 10. Tauchaer Rocknacht!

Bei der Premiere hatte der Regierungspräsident Christian Steinbach die Schirmherrschaft übernommen, der Landrat Czupalla und der Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe waren zugegen und Tauchas Bürgermeister Dr. Schirmbeck sprach zur Eröffnung. Alles ganz schön feierlich … Danach auf der Bühne: Assbest (Taucha), STEAM aus Leipzig und Young Keule (Taucha). Die Musiker spendeten die Hälfte ihrer Gagen an den Verein, um die Sanierung des Rittergutsschlosses voran zu treiben. Die Resonanz bei den Tauchaern war gut.

Im nächsten Jahr standen an die 600 Zuschauer vor der Bühne und wieder rockten Young Keule aus Taucha, danach Big Joe Stolle & Bluesmachine (Berlin) und Four Roses. 2004 gab es dann einen kleinen Knick in der Publikumsgunst, der Schlossverein hatte etwas zu sehr auf Jazz und Blues gesetzt bei der Bandauswahl. Doch schon 2005 kam mit Cäsar & Die Spieler ein erstes großes Highlight auf den Schlosshof. Der legendäre Peter Gläser (gest. 2008) erzählte dabei auch von seinem besonderen Bezug zu Taucha. So hatte er einst mit dem Tauchaer Optiker Glass die Schulbank gedrückt und dessen Gitarre war die Erste, welche er in den Händen hielt. Außerdem enterte an dem Abend noch Peter "Pjotr" Kschentz (ex-Renft, gest. 2005) kurzerhand die Bühne und rockte auf der Geige mit … Wieder mit dabei: Young Keule.

2006 war dann das Jahr mit Four Roses als Höhepunkt, davor standen mit Workout und The Flaming Rocks klasse Bands auf der Bühne. Dem Publikum gefiel speziell die energiegeladene Show der Flaming Rocks (mit dem Tauchaer Vater-Tochter-Gespann Lutz und Laura Künzel). Four Roses machte an dem Abend eine Videoaufzeichnung bzw. einen live-Mittschnitt des Konzertes. Der Aufwand an dem Abend war beträchtlich, die Ton-und Lichttechnik vom Feinsten. Das alte Gemäuer war farbig angestrahlt und die Atmosphäre einfach rund. Einziger Wermutstropfen: Das Bier lief bei den herrschenden tropischen Temperaturen nicht so, wie es sollte, und die Cola war auch zu warm. Naja, aus Fehlern lernt man und ein neuer Caterer war mit Kadar-Gastro auch schnell gefunden.

Im Jahr 2007 standen die meisten Bands auf der Bühne, nämlich Amok, Tom Twist, Sons In Law und Four Roses. Nachdem sich als Eröffnungsband jedes Jahr mehr Nachwuchsbands gemeldet hatten, wurde 2008 kurzerhand noch ein Nachwuchsbandwettbewerb ausgerufen. Der kommt bisher bei den Musikern auch voll an, nur noch nicht so beim Tauchaer Publikum, was schade ist, denn das Niveau ist hoch und es gibt jedesmal echte Talente zu bestaunen. Mit Feelmen – The Soul Orchestra bildete 2009 nach den Four Roses eine Band den Höhepunkt des Abends, welche ihresgleichen sucht. Elf Musiker standen vor dem Tauchaer Publikum und spielten eine mitreissende Show, spielten sich den Soul&Blues förmlich aus dem Leib. Die Rocknacht des Jahres 2010 ist noch mal einen Zacken schärfer gewesen. BON aus Berlin heizte nach Audio.Appeal die Massen mit ihrer AC-DC Show dermassen an, dass man sich kaum vorstellen konnte, wie der Abend hintenraus noch besser werden sollte. Four Roses haben es mit ihrem breit gefächertem Rockprogramm aber wieder geschafft und die Leute bis zum Schluss in bester Laune auf dem Schlosshof feiern lassen. Und danach ging es für viele zur obligatorischen Aftershow Party ins Café esprit.

Und 2010 war es soweit: Die neuen zentralen Sanitäreinrichtungen konnten endlich benutzt werden. So konnte von Jahr zu Jahr eine Verbesserung erreicht werden.

Seit Jahren läuft das Ganze auch deshalb so gut, weil viele Tauchaer und sogar Leipziger Unternehmen das Projekt "Rocknacht Taucha" ganz wunderbar unterstützen. Vielen Dank an dieser Stelle! Dadurch konnten die Eintrittspreise über die Jahre immer sehr moderat gehalten und Geld für die Sanierung gespendet werden. Ein Dankeschön auch an die Stadtverwaltung Taucha für Verständnis und Entgegenkommen! Im zehnten Jahr wollen wir als Organisatoren noch einen draufsetzen und vom Programm her einen überegionalen Act nach Taucha holen. Lasst euch überraschen!

Neben den abendlichen Konzerten mit ErsEminens (den Vorjahres-Siegern des Nachwuchswettbewerbes) Renft, Four Roses sowie RMC – a Tribute to Rammstein gibt es ab 10.00 Uhr vormittags wiederum den Contest mit Nachwuchs-Bands der Region.



Plakat Taucha, 09.07.2011, Darstellung (c) Band

Four Roses im Internet: www.fourroses.de | www.facebook.com/fourroses

nach oben