Mittwoch, 10.10.2018, Leipzig, Werk II

Schraubenyeti & Das Mammut


Record Release "heute . gestern"

Support: Arik Dov

Präsentiert von: Holla, die Waldfee!

Am Mittwoch, 10.10.2018., ging im Leipziger Werk II, Halle D, die lange angekündigte und von den Fans sehnsüchtig erwartete Record Release Party zur neuen CD "heute . gestern." des Leipziger Folk-Sängers "Schraubenyeti" alias Martin Lischke über die Bühne. "heute . gestern." ist sicher der vorläufige Höhepunkt im Schaffen dieses noch jungen, gleichwohl unterdessen zum absoluten Profi gereiften Künstlers. Waren frühere, unter der Anhängerschar kultig verehrte, Alben noch solistisch dominiert und mit eher sparsamen, auf sein berühmtes, transportables Klavier ausgerichteten Arrangements versehen, so hat der Martin Lischke von 2018 seinen Sound gleichsam ins Cinemaskop-Format aufgeblasen und zelebriert, unterstützt von zahlreichen Kollegen, Bläsern, Streichern sowie einem Chor, stilsicher großes musikalisches Kino. Nicht ohne Grund entwickelte sich als running gag des Abends die Aufforderung ans Publikum, nach jedem Instrumentenwechsel auf der Bühne den Musikern zuzuprosten. In der Folge dürften einige Konzertbesucher nach Hause getorkelt und am nächsten Morgen mit schwerem Schädel aufgewacht sein …

"Schön ist nur, wer sich verschwendend gibt …", heißt es bei Hans Eckardt Wenzel, und der Yeti, der über einen starken Willen zur Leistung verfügt, hat wahrlich nicht gemotzt, sondern geklotzt! Immerhin sechzehn Songs befinden sich auf dem virtuos produzierten Longplayer, einer gelungener, um nicht zu sagen, mitreißender als der andere. Das Besondere hierbei ist, dass jedem Lied ein ästhetisches Pendant gegenüber gestellt wurde; ein heiteres Stück wird von einem ernsten konterkariert, Licht und Schatten, Heiß und Kalt, liegen, wenn man so will, dicht beieinander, sorgen abwechselnd für Ermutigung und Relativierung. Dieses Vorgehen verleiht dem neuen Werk eine spannende Dramaturgie, Dynamik und zusätzliche Tiefe. Das Artwork des als CD oder auf Vinyl erhältlichen Longplayers ist seinem Inhalt angemessen und erfreut das Auge des Betrachters mit einer bukolisch anmutenden Garten-Idylle, der man eine gewisse Wildheit oder Naturbelassenheit nicht absprechen kann. Die meisten Texte des Albums entstammen meines Wissens Martin Lischkes spitzer Feder, wobei er sich hier und da Unterstützung ins Boot oder ans wohltemperierte Klavier geholt hat. Dabei gelingen Zeilen für die Ewigkeit, man höre genau hin bei Songs wie "Heute gestern", "Das letzte Bier", "Wie geil", "Aorta des Wals", "Nackt in Kontakt" und und und. Der opener "Heute Gestern" assoziiert melancholisch die Vergänglichkeit der Dinge wie auch eine gewisse, betrübliche Tristesse. Ergreifend ist nicht zuletzt der wunderbar poetische Schluss-Song "Station 4"; mit "Ich will mich amüsier´n" wird der individuelle Glücksanspruch des Protagonisten, allen Fährnissen des Lebens zum Trotz, vernehmlich artikuliert.

Eine Schraubenyeti-Mugge zu besuchen, heißt, gespannt zu sein, wer wohl gerade den Kontrabass zupft. Im Augenblick fällt dieser Part Bodo Martin zu – es möge lange dabei bleiben, denn er macht seine Sache gut. Im Übrigen seien hier alle musikalischen Begleiter benannt, die mit Martin Lischke im Werk II die Bühne teilten: Georg "Massels" Domke, Käpt´n Grundschule / Martin Greier, Bodo Martin, Kumpel RANY aus Dresden, Paula Petersen, Miss Rockester / Silvana Mehnert (medlz), Alexandra Kazcmarek, Antje Fant, Max Kraft, Tarie Tieger. Wahrscheinlich galt es im Laufe der Produktion, diverse Egos zu bändigen und unter einen Hut zu bringen!

Den Künstlern gebührt Dank für ein Konzert, das lange nachhallen wird. Die neue CD / Platte sei allen Liebhabern des (Zottel-)Folk wie auch poetischer "Lieder-Macherei" wärmstens empfohlen. Näher dran am Alltag heutiger Jugendlicher und Mittzwanziger bei gleichzeitiger Transformation der Inhalte ins Poetische agiert derzeit, vielleicht abgesehen von ein paar Rappern, kaum ein deutscher Musiker. Obendrein verfügt der typische Yeti-Sound unterdessen über einen hohen Wiedererkennungswert und der behende Barde über eine eigene Poetik. Aktuell sind der emsige, bärtige Sympathieträger & sein Mammut "multi-instrumentalistisch" im Quartett (mit Bodo, Georg, und Martin) bundesweit auf großer Tour; auf der Facebook-Seite kann man dem nachspüren und im Tour-Tagebuch schmökern.
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