Samstag, 14.09.2019, Leipzig, Tonelli´s

Squealer, Factory of Art


siehe auch: Konzert-Bericht bei Deutsche Mugge

Die Ritter der Pommesgabel

Ein wahres Fest wartete am Samstag, 14.09.2019, in der bekannten Leipziger Musik-Location "Tonelli´s, auf alle Fans des Metal. Mit "Squealer" aus Hessen "und Factory of Art" aus Leipzig (Schkeuditz) hatten sich zwei Schwergewichte dieser speziellen Musik-Richtung angesagt, die sich überdies seit langen Jahren, vermittelt über das Label AFM, persönlich kennen.

"Squealer" gaben den Anheizer, und diese formidable Combo machte ihre Sache richtig gut. Ohne viel Federlesens zogen sie die Zuhörer in ihren Bann und öffneten ihren breiten Kosmos eigener, straight komponierter Metal-Stücke. Da ist mit den Jahren tolles musikalisches Material entstanden, welches zum Tanzen animiert und die Klippen der Monotonie, wo man meinen könnte, alles schon so oder ähnlich tausend Mal gehört zu haben, clever umfährt. Die Erwartungen ans Genre werden mit Spa▀ an der Sache bedient und erfüllt, noch jeder Song besitzt aber etwas Eigenes, Unverwechselbares mit Erinnerungswert. Frontmann Sebastian suchte stets das motivierende Zwiegespräch mit dem Auditorium, und man nahm es ihm jederzeit ab, als er mehrfach betonte, wie wohl sich die Band an diesem Abend, an diesem Ort, fühlte. Die Herren gaben sich Fan-nah und agierten aufs Angenehmste ohne jegliche Allüren. Sie zeigten später ehrliches Interesse an der Leistung der Headliner, welche nach ihnen die Bühne enterten, blieben am Ball und zollten der Show derer von "Factory of Art" wiederholt Respekt. Liebe Musiker von "Squealer", jederzeit gerne wieder! Members: Sebastian Werner - Vocals | Lars Döring - Guitar | Michael Schiel - Guitar | Manuel Roth - Bass | Martin Winter - Drums

Was danach folgte, ist, so man allen Facetten gerecht werden möchte, nur schwer in Worte zu fassen. Vor allem dann, wenn Historie und Gegenwart ins rechte Verhältnis gesetzt werden sollen. Es ist kaum zu glauben, aber wahr, dass "Factory of Art", eine Band, die ab 1989/90 in dieser Region vielen Fans zunächst überhaupt eine Vorstellung davon vermittelte, was melodischer bzw. Progressive-Power-Metal ästhetisch zu leisten vermag, nach langer Pause wieder auftrat. Und dieser Text ist wohl der erste, der seit dreizehn (!) Jahren über dieses Projekt und seine Protagonisten berichtet, welche trotz Unterbrechung "nie so richtig weg" waren, sondern in diversen Kapellen unterschiedlicher Prägung präsent blieben.

Schön, dass die Herren Musiker der "Fabrik" ob der Mythen, welche sie umwabern, nicht zu Salzsäulen oder Karikaturen ihrer selbst erstarrt sind, sondern nahbar, locker und freundlich agieren, sich dabei jedoch des eigenen Könnens wohl bewusst geblieben sind. Die Setlist hielt fast nur eigene Titel bereit und schon der Einstieg beispielsweise mit "Until The End Of Time", "Streets Of Violence" und "No Tears" geriet gro▀artig! Die Band zeigte sich ungemein spielfreudig, agierte musikalisch druckvoll und versiert. Es existieren zahlreiche Demos, Mini-CDs, CDs, Compilationen, EPs und Alben wie "Roadrunner Session Tape", ". No Better World!", "Grasp!", "Point Of No Return" und natürlich "The Tempter". Schillernde Live-Fassungen von Liedern der genannten Tonträger, voller Dynamik und veredelt mit spannenden Song-Strukturen, setzen um, was die gro▀artigen Studioproduktionen versprechen. Man denke nur an "Solitary Soldier", "The Healing Part II" und "The Mass". Es wurde abgeliefert und geklotzt, nicht gekleckert. Genau das hatte das zuweilen erstaunlich textsichere Auditorium schlie▀lich erwartet. Die Band bot geradezu ein Lehr-Beispiel dafür, wie man die Publikumserwartungen erfüllt, ohne die eigenen musikalischen Ansprüche preiszugeben. Das kann sich hören und sehen lassen. Hier liegen auch die Gründe dafür, warum die Formation früher oft namhafte nationale wie internationale Kollegen supporten und in einigen TV-Sendungen auftreten durfte. In der augenblicklichen Verfassung ist die Gruppe auf alle Fälle eine sichere Bank für interessierte Veranstalter. Glücklicherweise wird der Gig im Tonelli´s keine singuläre Ma▀nahme bleiben, sondern vom dynamischen Manager Marco konnten bereits eine Reihe von Anschluss-Muggen gebucht werden. Das wird sich ohne Zweifel weiter positiv auswirken aufs ohnehin schon beeindruckende Zusammenspiel, aufs flirrend-atemberaubende musikalische Interagieren. Warum sollen nicht im Konzertverlauf hier und da künftig Songs spielerisch ineinander übergehen, mit Zitaten einstiger Vorbilder angereichert werden?

Es ist Zeit für Namen: Ralf-Marcel "Ralle" Dietrich an den drums, Ronald "Ron" Losch am Tieftöner bilden das jederzeit durch nichts zu erschütternde Fundament des Band-Sounds, welches Thoralf Schulze an seiner E-Gitarre dankbar aufgreift und Gunter an den Keyboards variantenreich modifiziert und bereichert. Was ist eine Band ohne Shooter am offenen Micro? Jens "Petri" Schmikale, gelegentlich kongenial unterstützt von Gunter Christian, liefert eine atemberaubende Leistung ab. Petri muss schlie▀lich den kompletten Abend über präsent bleiben und nicht nur stimmlich, sondern auch körperlich etwas darstellen. Er verfügt obendrein über beachtliche mimische Qualitäten. Im Falle von Petri und Gunter handelt es sich um die beiden Original-Nachtigallen des Band-Universums, zweifelsohne ein Vorteil, auf beide Vocalisten zurückgreifen zu können. Dies gilt nicht minder für den umtriebigen Schlagwerker Torsten Wolf, welcher für zwei Songs hinter Ralle┤s Schie▀bude Platz nahm.

Es gab in den vergangenen Jahrzehnten, seit der Wende, eine beachtliche Reihe hiesiger Bands oder auch Solo-Künstler, die kurz davor standen, den "gesamtdeutschen Durchbruch" zu schaffen, die die Sterne Hollywoods schon funkeln sahen, nach welchen sie griffen und wo es dann, aus welchen Gründen auch immer, doch nicht klappte. "Factory of Art" gehört leider dazu. Irgendwann in den "Nuller-Jahren" war schlie▀lich "die Luft raus", das Projekt "pausierte", ohne dass jemals das "Ende" proklamiert wurde. - Auch wenn unterdessen ein wenig die Schwerkraft an den Protagonisten zuppelt und zieht, so ist vor diesem Hintergrund ihr Wille, jetzt weiterzumachen, jede Anerkennung wert!

Das Konzert-Ende gerät zum Finale Furioso: "Story Of Pain" (der Über-Hit, auf welchen natürlich alle gewartet hatten), "Twilight Zone" und "Wings Of Destiny". Das bombastische "Eyes of a Stranger" derer von Queensr che setzte den Schlusspunkt unter eine faszinierende Show.

Fazit: Leipziger Rocker-Adel gab sich im Club im alten Städtischen Kaufhaus die Ehre, Metal-Maniacs sorgten für ein Stimmungshoch, wie es nicht jeden Abend vorkommt. Die Erinnerung daran wird die Fans noch lange begleiten und durch den Alltag tragen.

Weitere Künstler, die irgendwann einmal zum Band-line up zählten, sollen an dieser Stelle auf alle Fälle Erwähnung finden: Heiko "Flecke" Flechsig (mit dem 1989 alles anfing), Joe F. Winter (ebenso von dieser Stelle: Gute Besserung!!), Ekkehard "Ekky" Meister (mit gro▀em musikalischen Einfluss auf das Konzept-Album "The Tempter")
Klickt bei Interesse zur Vergrööerung auf die Fotos.
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